Hyper Smash Kommunikation 21

Sonntag, 4. Juni 2017

Mein Upgrade - mein Datensatz

Manche Kollegen lasse ich lesen - mich.

Das geht aber nur mit einem Android und nicht mit einem IOS-Smartphone, Bei Apple gibt es zwar die Funktion - die ist aber gesperrt. Wie so häufig, möchte man in Cupertino die Dinge unter der eigenen Kontrolle behalten und nutzt die NFC-Funktion des iPhones nur für Apple Pay.

Nebenan in Mountain View ist man wie immer offener und bereit für Experimente. So findet man auf Google Play mehrere NFC-Reader, mit dem man mein Implantat auch beschreiben kann.

Und so sieht das aus - die Seriennummer und den Inhalt meines ersten Datensatzes verrate ich Euch natürlich nicht.


Samstag, 3. Juni 2017

auf der Bühne

In diesem Video werde ich zum Cyborg.

Nach seinem beeindruckenden Vortrag über die Möglichkeiten zur Digitalisierung des menschlichen Körpers und Gehirns setzt Dr. Patrick Kramer von Digiwell mir ein "Human Upgrade" ein. Hier das Video dazu.



Wir reden bei Menschen über "Upgrades" und nicht über Chips, weil wir nach Möglichkeiten suchen, unsere ureigensten Fähigkeiten zu erweitern.

Bisher diente Medizin dazu, Menschen wieder eine gesellschaftliche Normalität zu ermöglichen. Denken wir an eine Insulinpumpe oder einen Herzschrittmacher.

Mit Upgrade gehen wir einen Schritt weiter. Wir eignen uns Fähigkeiten an, über die wir biologisch nicht verfügen. Ein Kollege von mir ließ sich auf einer Mod-Conf in Schweden magnetische Plättchen unter die Fingerkuppen implantieren. Damit kann er kleine Tricks vorführen, wie eine Nadel durch Berührung anheben. Aber er kann auch elektromagnetische Felder spüren oder Stromkabel in der Wand ertasten. Da wird es interessant - bisher hatte der Mensch nur 5 Sinne.

Freitag, 2. Juni 2017

Interview with a Cyborg

Chief Cyborg Officer: Interview with Jens-Peter Labus

In real life, Jens-Peter Labus is the COO of MediaMarktSaturn IT Solutions. But on May 18th, during the "Digital Campus" exhibition for employees, he was appointed Chief Cyborg Officer (CCYO)! Beforehand, he’d had a digital implant inserted into his hand by Digiwell which could for example be used instead of a door key or a car key.





Mr Labus, what exactly is a cyborg? 
The word cyborg comes from cyber – i.e. digital – and organic. In science fiction films, a cyborg is a person who has been upgraded using digital technology. The title Chief Cyborg Officer was a spontaneous idea by our CEO Pieter Haas after I’d had the implant inserted into my hand on stage. After all, I’d just been more or less upgraded, too!
What technologies have been hardwired in the implant?
The implant contains an NFC and an RFID transponder. Both devices only function passively – although they don’t transmit any information, data can be retrieved from them. It’s similar to an access card for buildings or the chip for contactless payments in some credit cards.
How do you think the new technology will help you? 
I’ve always been fascinated by new technology on the horizon – such as this implant. In just a few years, upgrades like this could be everyday items. Specifically, I’m hoping that this implant will mean that I won’t need to carry my door key around with me anymore because, thanks to the implant, my front door knows that it’s me trying to get in!
How do you see your role as Chief Cyborg Officer?
I regard myself as an ambassador. In IT, we’re looking for loads of new staff who are passionate about new technology. Demonstrating to candidates that their potential boss is just as passionate will show them that they’ve come to the right place!
Have you planned any more upgrades? 
Obviously, I want to keep on trying out new technology. But I can’t yet say for sure what type – otherwise I’d already be using it!

The interview appeared in the news room of MediaMarktSaturn Retail Group and I copied it over into my personal blog for preservation

Samstag, 27. Mai 2017

2/2 - Digitalisierung und Sozialismus in Vietnam

Reisebericht Vietnam

Eine Reise nach Hanoi ist ein bischen wie Zeitmaschine. So könnte es 2017 auch in Ost-Berlin aussehen, wenn wir die friedliche Revolution nicht gehabt hätten. Am Lenin-Denkmal ist die sozialistische Welt noch in Ordnung. Die Ehrenkränze stehen ordentlich vor dem Denkmal auf dem großen Platz. 

Wir fahren an einer großen Schule vorbei. Kinder mit weißen Blusen oder Hemden mit roten Pionier-Halstüchern paradieren in der Pause,

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum wirkt wie eine Kopie des Roten Platzes in Moskau. Die rote Mauer des Kreml-Palastes fehlt und alles ist zwei Nummern kleiner. Auf der anderen Seite des Platzes steht auch kein GUM, aber dafür kommen wie in Moskau viele Familien in Sonntagskleidung auf den Platz, um Onkel Ho ihre Referenz zu erweisen.

Wenn wir mal schnell ein Foto posten, dann stehen die meisten Ressourcen. Das Internet in Vietnam ist viel offener als das vom Nachbarn China. Die Google-Produkte funktionieren nur sehr langsam - kein Problem gibt es mit der Palette der Mircosoft-Dienste. Ich habe meine Search-Engine von Google auf Bing umgestellt und alles lief flüssig.




Geht man mobil ins Internet, führt kein Weg an Viettel vorbei. Das ist der einzige Anbieter im ganzen Land und wird praktischer weise gleich von der Armee betreiben - so braucht man wenigstens keine Tarnfirma dazwischen zu schalten. Viettel gehört zu den am schnellsten wachsenden Mobilfunkfirmen der Welt.

Eigenständige Digitalisierung gibt es in Vietnam nur von oben - sprich von Staats wegen. So plant man für das Überwachen des chaotischen Verkehrs die Einführung einer zentralen Überwachung einschließlich der vollständigen Überwachung und digitale Erfassung aller Nummernschilder im Straßenverkehr. Ein Lieblingsvorhaben des Verteidigungsministeriums ist das "Projekt AI", da dem Ministerium wohl gedämmert ist, dass das Land auf stark verbesserte IT-Security dringend angewiesen ist.

Historisch steht man dem Nachbarn China unerklärt abweisend gegenüber. Daher gibt es keine sichtbare Präsenz der großen chinesischen Platzhirschen im Internet wie Baidoo, WeChat, JD oder Didi Chuxing.

So geht man im sozialistischen Vietnam einen eigenen Weg in der digitalen Gesellschaft. Es ist eine Mischung aus Staatsbetrieben und US-Unternehmen unter Ausblendung der chinesischen Anbieter. Nennenswerte Privatbetriebe in der IT-Wirtschaft gibt es nicht, auch wenn die Regierung in Hanoi gerne verkündet, dass man sich von Facebook und Co gerne unabhängig machen wollte, in dem man seine eigenen vietnamesischen Portale startet. Es sieht so aus, dass es eine gewisse Lücke zwischen dem digitalen Anspruch und der harschen Wirklichkeit gäbe.


Freitag, 26. Mai 2017

1/2 - digitale Reiseerlebnisse in Vietnam

Reisebericht Vietnam

Heute ist wieder ein Reisetag und wir fliegen mit Vietnam Airlines (VN) von Da Nang nach Hanoi. 

Ich versuche, auf mehreren Kanälen online einzuchecken, aber dies misslang, da VN einen antiquierten Flashplayer auf seiner Online Seite verwendet.

Vietnam steht auf dem Weg zur Digitalisierung noch sehr am Anfang. Die Hotels haben es am ehesten verstanden und fragen beim Check-Out nach positiven Bewertungen auf TripAdvisor oder Booking.com.

In Saigon gibt es ÜBER oder GRAB, in den weiteren Städten ist davon aber nichts zu finden. Die ganze Wirtschaft ist Papier basiert. Das fängt bei den Geldscheinen an, geht über die Zettelwirtschaft bis zu Papierformularen aller Art.

Ob im Hotel oder beim Schneider, Informationen, die digital übermittelt wurden, werden erst mal per Hand in Papierkladden eingetragen und abgearbeitet.

Kostenloses und ungesichertes WiFi ist hingegen überall zu finden, sogar in Netzen, die die ganze Stadt abdecken, wie in Hoi An. Dafür sind diese Netze langsam wie die Schneckenpost.

Manchmal entsteht aus dem Vor-digitalen eine Geschäftsidee, so bei baolau.vn. Da die vietnamesische Eisenbahn keine ausländischen Kreditkarten akzeptiert, schaltet sich baolau davor und ermöglicht gegen Gebühr die Online Buchung über ein Interface.

Noch ist man nicht so weit, dass in den Preisen eine Kreditkarten Gebühr inkludiert wäre. Zahlt man mit Karte anstatt mit Bargeld, werden in der Regel 3 % Aufpreis fällig, die entweder per Hand oder per Taschenrechner ausgerechnet werden.

Auch eine elektronische Registrierkasse sieht man nirgends. Ob in Läden oder in Restaurants, die Buchungen werden alle per Hand auf Zetteln vorgenommen. Vermutlich existiert eine größere Schattenwirtschaft zum Missfallen des Finanzamtes.

Es gibt ein paar wenige einheimische Internet-Plattformen wie Zalo.vn, ansonsten dominieren US-Dienste oder Lösungen aus anderen Südost-asiatischen Ländern: http://m.english.vietnamnet.vn/fms/science-it/173286/internet-economy-yet-to-take-off-in-southeast-asia.html#

Meine Einschätzung: der Grad der Digitalisierung der Gesellschaft in Vietnam entspricht Deutschland vor dem Jahr 2000. Asiatische Länder wie Indien oder Thailand sind Jahrzehnte voraus, am weitesten fortgeschritten dürfte Südkorea sein - mit einem Vorsprung von 5 Jahren auf Deutschland.